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Banken, Konten & Co.
Banken
Gegenwärtig erfreut sich das spanische Bankwesen bester
finanzieller Gesundheit. Während der letzten Jahre haben die
spanischen Banken eine enorme Entwicklung durchgemacht und sich
dabei an das europäische Niveau angeglichen, sowohl in
technischer Hinsicht als auch in der Qualität ihrer
Serviceleistungen.
Hier gibt es sprichwörtliche "eine Bank an jeder Ecke", darunter
eine Vielzahl verschiedener nationaler und regionaler Banken wie
z.B. die BBVA, Banco Santander, Banca Catalana, die Caixa etc.
Die Sparkassen haben nicht das „verstaubte“ Image, das man aus
Deutschland kennt, sondern erfreuen sich hier großen Zulaufs –
die „La Caixa“ (mit dem Symbol des Seesterns) sieht man
allerorts und sie beherrscht den Markt durch ihr beeindruckendes
Filialnetz und ihre Zusatz-Serviceleistungen. Ein Bankautomat
der Caixa ist immer in Fußnähe erreichbar, was durchaus ein
Argument sein kann, hier ein Konto zu eröffnen. Aber auch die
„Caixa Catalunya“ und die „Caixa del Penedés“ sind attraktive
Hausbanken in Katalonien.
Die Konditionen der verschiedenen Banken ähneln sich sehr. Sie
sollten daher mit Ihrem persönlichen Anforderungsprofil (Girokonto,
Hypothek, Kredit, etc.) verschiedene Banken ansprechen und sich
die für Sie besten Optionen heraussuchen.
Öffnungszeiten
Grundsätzlich haben die Banken von 8:30 Uhr bis 14 Uhr geöffnet
(Sparkassen oft ab 8 Uhr). Zusätzlich haben die Sparkassen
donnerstags nachmittags bis 19:30 / 20 Uhr geöffnet. Die Banken
öffnen am Samstagvormittag bis 13 Uhr, viele Filialen in der
Innenstadt in der Woche nachmittags bis ca. 16:30 Uhr. Im Sommer
(Juli / August) gelten meist kürzere Schalterzeiten, samstags
bleiben dann alle Kreditinstitute geschlossen - erkundigen Sie
sich also rechtzeitig!
Internationale Banken
Die Deutsche Bank hat sich in Katalonien zur bevorzugten
Bank für viele Deutsche etabliert. Jedoch bietet die Deutsche
Bank nur begrenzte Bankdienstleistungen in Spanien an. Das
Hauptgeschäft ist „Private Banking“ für Privatkunden und richtet
sich an Personen, die ihr hohes Vermögen verwalten lassen sowie
an Firmenkunden. Man kann von den Filialen in Barcelona und der
näheren Umgebung (derzeit sind es 20 Filialen) jedoch nicht
seine deutschen Konten einsehen oder bedienen (Ausnahme: Abheben
von Bargeld über den EC-Automat und Online-Banking).
Die Citibank unterscheidet sich im Wesentlichen durch
Ihre Bankdienstleistungen von anderen Banken in Spanien. Man
kann zwischen sieben verschiedenen Visa-Kreditkarten wählen,
eine Ausbildungs- und Zahnversicherung abschließen und ein
gratis Online-Girokonto erhalten. Unter www.citibank.es finden
Sie das umfassende Online-Banking Angebot.
Kontoeröffnung
Jeder Ausländer kann in Spanien ein Konto eröffnen unter der
Voraussetzung, dass er ein Dokument vorlegen kann, das ihn zum
Aufenthalt in Spanien berechtigt. Dies kann die Tarjeta de
Residencia (Aufenthaltsgenehmigung), die NIE-Nummer oder ein vom
Arbeitsamt rechtmäßig abgestempelter Arbeitsvertrag sowie auch
eine Immatrikulationsbescheinigung einer spanischen Uni als
Stipendiat oder Erasmusstudent sein. Natürlich muss man auch
seine Adresse vor Ort angeben. Bei frisch Zugezogenen kann nach
einer Bankbewegungen der ausländischen Hausbank gefragt werden.
Das Sparbuch (Libreta) wird direkt ausgehändigt, die Bargeld-Karte
wird postalisch zugeschickt. Der Pin-Code dieser Karte wird
zugeteilt, kann aber wie in Deutschland vom Karteninhaber am
Geldautomaten geändert werden.
Bei den Anforderungen für eine Kontoeröffnung sind die
verschiedenen Banken und Sparkassen sehr unterschiedlich rigide:
Während den einen eine Einzahlung von 100 Euro reicht, gucken
andere sehr genau auf das Vorhandensein der jeweiligen Papiere.
Einige wiederum (wie z.B. die Caixa) wollen zumindest eine NIE-Nummer
sehen, andere verlangen gar nicht danach. Außerdem wird die
Personalausweisnummer registriert.
Girokonto
Ein hiesiges Girokonto ist unabdinglich, um die Zahlung aller
laufenden Kosten wie Miete, Gas, Wasser, Strom, Versicherungen,
Telefon etc. zu erledigen. Die Abrechnung für die laufenden
Kosten geschieht hier üblicherweise über den Bankeinzug und
weniger über einen Dauerauftrag als in Deutschland. Deshalb
sollte man genauestens auch seine Kontoauszüge studieren, die
Abbuchungen sind nämlich nur 30 Tage (einen Monat) einklagbar.
Sie brauchen meist schon zur Anmeldung der o.g.
Grundversorgungsverträge eine gültige lokale Bankverbindung.
Alle neu eröffneten Konten werden automatisch in Euro angelegt.
Man kann auf Wunsch auch ein Devisenkonto anlegen (in US$,
Schweizer Franken etc.), darf dafür allerdings keinen Wohnsitz
in Spanien haben.
Deposit-Konto
Ein Depositenkonto (cuenta de imposición a plazo) produziert
einen Zinsgewinn, abhängig vom Zeitraum der Hinterlegung und von
der Höhe des hinterlegten Betrags. Die Bedingungen dafür können
mit den Banken ausgehandelt werden.
Sparkonto
Ein Sparkonto (libreta de ahorro) produziert gewöhnlich einen
sehr geringen Zinsgewinn (wenn überhaupt), gibt Ihnen jedoch
stets ein schriftliches Saldo Ihres Kontos und kann beim
Geldautomaten zum Abheben von Bargeld benutzt werden.
Kontoführungsgebühren
Die Kontoführungsgebühren sind in der Regel niedrig (Beispiel La
Caixa: 0,60 Euro / Monat) und bei vielen Banken sogar gratis
(Grupo Banco Popular: Konto und Visakarte im ersten Jahr gratis
oder bei der Banco Santander Central Hispano komplett gratis).
Zinsen
Guthabenzinsen auf Girokonten sind wie in Deutschland gering,
die Überziehungszinsen dafür verhältnismäßig hoch (Je nach Höhe
des überzogenen Geldbetrags z.B. BBVA 31 bis 60 Euro -> 3,01%
Zinsen, 60 bis 120 Euro -> 9,02% Zinsen und 121 bis 99.999 Euro
- >
15,03% Zinsen, bei anderen Banken bis zu 20% Zinsen).
Dispokredite
Während man in Deutschland einen Dispokredit zugeteilt bekommt,
der sich an der Höhe der monatlichen Einnahmen orientiert, muss
man dies in Spanien extra beantragen. Oftmals gewähren die
Banken nur einen geringen Dispokredit. Auf Anfrage kann man
diesen jedoch erhöhen. In der Gewährung eines
Dispositionskredits unterscheiden sich die Banken sehr stark.
Dies hängt aber auch von der individuellen Finanzsituation ab.
Auslandsgeschäfte
Durch den EURO fallen keine Gebühren für den Tausch von Devisen
bei Überweisungen in oder aus anderen Ländern mit dem Euro an.
Auslandsüberweisungen
Bislang übliche Sitte – man tätigt eine Auslandsüberweisung von
Deutschland nach Spanien – oder umgekehrt, zahlt horrende
Gebühren (um die 17,50 Euro im Schnitt), die Überweisung dauert
über eine Woche und letztendlich wird beim Empfänger nicht der
gesamte Betrag gutgeschrieben sondern noch einmal ein
beachtlicher Betrag einbehalten. Um dieser Praxis ein Ende zu
bereiten, hat der Europäische Gesetzgeber bereits 2001 die
Verordnung 2560/2001 verabschiedet. Ab 1. Juli 2003 dürfen die
Bankgebühren für Überweisungen in der EU bis 12.500,-¤ nicht
mehr als die Überweisungskosten im Inland betragen und die
Überweisung darf nicht länger als 5 Werktage dauern. Auch ist es
bereits seit 1999 nicht mehr erlaubt, dass die Empfängerbank
einen Teil des Betrages als Gebühr einbehält. Um den
innereuropäischen Zahlungsverkehr zu erleichtern, kann jeder
Bankkunde eine IBAN Nummer erhalten. Die alte Kontonummer ändert
sich dadurch nicht, die IBAN- Nummer ist lediglich für
Auslandsüberweisungen gedacht. Ergänzt wird die IBAN noch durch
den BIC – Bank Identifier Code. Ebenfalls müssen die
Kreditinstitute ihre Kunden über die Dauer der Überweisung und
die genau anfallenden Gebühren informieren. Bereits seit 2001
dürfen Banken bei Geldzahlungen im Ausland mit EC- oder
Kreditkarte keine höheren Gebühren als im Inland erheben.
Gleiches gilt bei Abhebungen von Geldautomaten – allerdings gibt
es hier auch national von Bank zu Bank große Unterschiede.
Leider haben bis jetzt die meisten spanischen Banken diese neuen
Verordnungen nicht umgesetzt und verlangen immer noch weit
überteuerte Gebühren bei Banküberweisungen ins EU-Ausland. Was
kann man tun? Verlangt die Bank bei Auslandsüberweisungen immer
noch mehr als bei nationalen Überweisungen oder wird nicht der
gesamte Betrag gutgeschrieben, sollte man dies den zuständigen
Beschwerdestellen mitteilen.
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